Ausbildungsvergütung

Ausbildung und VergütungDie Ausbildungsvergütung wird im Ausbildungsvertrag festgehalten und muss während der Ausbildungszeit mindestens einmal pro Jahr angehoben werden (gesetzlich geregelt §17). Die Ausbildungsvergütung liegt in der Regel zwischen 400 und 800 Euro und richtet sich nach der Branche in der das Ausbildungsverhältnis liegt. Ist die Branche an einen Tarifvertrag gebunden ist die Ausbildungsvergütung in diesen Verträgen von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften festgelegt worden.

Sollte der Ausbildungsbetrieb nicht an einen Tarif gebunden sein, so verlangt das Berufsbildungsgesetz, dass die Vergütung angemessen ist. Das bedeutet, dass die Höhe der Vergütung mindestens 80% der ortsüblichen Ausbildungsvergütung sein muss. Sollte es für den gewählten Beruf keine Tarifverträge geben, besteht die Möglichkeit sich bei der IHK oder der Handwerkskammer darüber zu informieren. Bevor ein Vorstellungsgespräch stattgefunden hat, sollte die Information vorliegen, was in dem zu erlernenden Beruf üblich ist.

Nebenjob während der Ausbildung

Wer mit seiner Ausbildungsvergütung nicht auskommt, kann mit Erlaubnis des Chefs einen Nebenjob annehmen. Sollten sich für Ihren Vorgesetzten jedoch negative Auswirkungen aus der Nebentätigkeit ergeben, so kann er die Erlaubnis für den Nebenjob verweigern. Dies wäre gegeben, wenn die Arbeitszeiten des Nebenjobs zum Beispiel einen Schlafmangel verursachen würden und dadurch die Leistungsfähigkeit im Ausbildungsberuf nicht mehr dem entspricht, was erwartet wird.

Brutto und Netto Ausbildungsvergütung

Die brutto Ausbildungsvergütung ist der Betrag, der im Ausbildungsvertrag festgehalten wird. Dieser Betrag ist jedoch nicht der Betrag, der auf das Konto überwiesen wird. Zuvor werden Steuern (Lohn- und Kirchensteuer, sowie Solidaritätszuschlag) und Sozialabgaben (Rente, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Der Ausbildungsbetrieb überweist auf der einen Seite die Sozialabgaben und Steuern an das Finanzamt und auf der anderen Seite die netto Ausbildungsvergütung auf das Konto. Bis zu einer Vergütung von 325 Euro im Monat übernimmt der Ausbildungsbetrieb die Abgaben für Sozialabgaben.

Kindergeld während der Ausbildung

Bis zu einem Alter von 25 Jahren bekomme die Eltern weiterhin Kindergeld, wenn der Wohnsitz noch bei den Eltern ist. Besteht ein eigener Haushalt steht das Kindergeld dem Kind zu. Für das Kindergeld von volljährigen Kindern gilt eine Freigrenze von 8.004 Euro. Wird diese Grenze überschritten, erlischt der Anspruch auf Kindergeld.

Finanzielle Unterstützung bei eigenem Haushalt der Auszubildenden

Es gibt zwei zusätzliche Möglichkeiten das Kind während der Ausbildung zu unterstützen. Auf der einen Seite kann Wohngeld und Mitbeihilfe bei der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden. Die Bewilligung ist abhängig von der Ausbildungsvergütung und oder dem Einkommen der Eltern. Auch wenn der Antrag auf Wohngeld abgelehnt wird, sollte auf jedenfall noch ein Antrag auf Mitbeihilfe gestellt werden.

Eltern sind auf jedenfall dazu verpflichtet, ihrem Sprössling während der Ausbildung unter die Arme zu greifen, insbesondere wenn die BAB-Anträge wegen zu hohem Eltern Einkommen abgelehnt worden sind.

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